Stumm und doch vielsagend steht er an der Zufahrt zum Waldfeuchter Ortskern. Er symbolisiert den Fleiß der Landbevölkerung, die Verbundenheit mit der Feldarbeit und die Härte des Alltags vergangener Zeiten. Der Vöchter Schörskaarschörjer, der Waldfeuchter Schubkarrenschieber an der Brabanter Straße ist das Ortssymbol von Waldfeucht, das bereits 1240 urkundlich zum ersten Mal erwähnt wurde.
Transportmittel in engen Sträßchen
Seit jeher war die Schubkarre wegen der Enge der Hofanlagen, der vielen schmalen Gassen im Ort und der langen Pfade, die zu den zahlreichen Gärten im Grabenbereich ringsum den Ortskern führten, das wichtigste und am häufigsten benutzte Transportmittel. Geht man durch die schmalen Sträßchen mit den meist Haus an Haus gebauten Fassaden, spürt man die Enge, aber gleichzeitig auch die Geborgenheit, die der historisch gewachsene Ortskern Waldfeuchts auch heute noch ausstrahlt.
Einst bekannter Marktort
Im 13. Jahrhundert war Waldfeucht ein bedeutender Ort, wurde als „Stadt“ bezeichnet, besaß Marktrechte und war befestigt. Am Kreuzungspunkt der Römerstraße zwischen Heerlen und Xanten und der Straße von Heinsberg ins Maasland profitierte der Ort vom damaligen Fernhandel.
- Die Pfarrkirche St. Lambertus (Brabanter Straße) ist eine dreischiffige spätgotische Backstein-Basilika. Sie wurde um 1500errichtet.
- Das Glockenspiel (Marktplatz) ist freistehend und besteht aus 14 Glocken.
- Das „Schlösschen“ (Lambertusstraße) ist ein zweigeschossiger Backsteinbau aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Bauwerk beherbergt heute das Rathaus der Gemeinde. – An dieser Stelle lag die Burg der Herren von Waldfeucht (13./14. Jahrhundert).
- Die Feldkapelle (Kapellenstraße) ist als Marienkapelle „Zuflucht der Sünder“ eine vielbesuchte Gebets- und Andachtsstätte. Sie wurde als spätbarocker Saalbau 1772 errichtet.
- Turmwindmühle („Erdholländer“) aus dem Jahr 1897 wird heute noch als Getreidemühle betrieben.
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