Die Westzipfelregion…

Ist eine Region, die Traditionen eng verbunden ist. Das zeigt sich im Motto „Glaube-Heimat-Sitte“ vieler Schützenbruderschaften, aber auch im Veranstaltungskalender, der vom liturgischen Kalender und anderem Brauchtum geprägt ist. Vereine halten die Menschen zusammen und die Traditionen aufrecht, und ihre Anerkennung sieht man an den häufig aufgestellten Vereinsbäumen mit den zahlreichen Vereinswappen.

  • Februar

    Karneval: viele Orte haben verschiedene Saalveranstaltungen, aber auch „närrische Lindwürmer“, Umzüge der Mottowagen und Fußgruppen, die an den Haupt-Karnevalstagen von Fettdonnerstag bis Veilchendienstag durch – zum Teil mehrere Ortschaften ziehen.

  • März/April

    Ostern: außer den kirchlichen Terminen wie Kreuzweg und Auferstehungsfeier veranstalten die Schützen vieler Ortschaften ein „Ostereierschießen“

    In manchen Ortschaften wird die Betzeit der Kirche durch Rappelinstrumente angezeigt, denn die Glocken sind bis Ostersonntag in Rom und deshalb nicht zu hören.

  • Frühjahr

    Die Zeit der Frühkirmesveranstaltungen, häufig mit Schützenwettbewerben um den neuen König zu bestimmen.

  • BITTGANG

    Jedes Jahr findet außerdem im Selfkant im Frühjahr ein Bittgang durch die Selfkantpfarreien St. Servatius statt. 2019 begann der Bittgang in Wehr, über Millen wurde Tüddern erreicht. Dort wurde eine Pause zur Stärkung eingelegt, bevor es nach Schalbruch und Havert weiterging und es gab eine Suppe zum Mittagessen. Über Saeffelen und Höngen erreichte man in Süsterseel das Ziel für die Kaffeepause. Über Hillensberg kehrte man an den Ausgangsort Wehr zurück. Dort endete der Bittgang mit einer Heiligen Messe. In jedem Ort wechselte der Träger des Kreuzes. Das Bittkreuz verbleibt in Wehr, wechselt dann nach Tüddern, wo 2020 der nächste Bittgang starten wird. Die verschiedenen Pausen werden von eingespielten Teams organisiert.

  • Mai Stecken

    Junggesellen stecken ihrer Freundin in der Nacht zum 1.Mai den Mai, eine junge, mit Krepppapierbändern geschmückte Birke oder ein Maiherz ans Haus. In Schaltjahren stecken die Mädchen den jungen Männern den Mai.

  • Mai - Marienmonat

    Verstärkt finden Rosenkranzgebete statt, in manchen Orten werden Bußprozessionen durch die Flur veranstaltet, bei denen um gute Ernten gebetet wird.

    Im Selfkant finden am Montag, Dienstag und Mittwoch vor Christi Himmelfahrt Bußgänge von Ort zu Ort statt.

  • Fronleichnam

    in manchen Orten werden noch Prozessionen von einem geschmückten Altar zum nächsten durchgeführt.

  • Sommer

    Kirmesveranstaltungen, Schützenfeste, Sommerfeste- die Ortschaften feiern gerne und lassen sich viel einfallen.

  • PFERDESEGNUNG

    Im Rahmen von Kirmesveranstaltungen finden in Selfkant-Millen (Quirinus-Kirmes) und in Heinsberg-Schleiden auch Pferdesegnungen statt.

  • Kruutwösch

    Zu der Zeit, wenn fast alle Kräuter ihre größte Heilwirkung haben, sammeln in katholischen ländlichen Gegenden Frauen den sogenannten Kruutwösch, einen Kräuterstrauß, der verschiedene heilkräftige Pflanzen und Brotgetreide beinhaltet.

    Der Strauß wird in manchen Kirchen – oder im großen Rahmen an der Kapelle in Vinteln ( Glücksplatz Nr. 9) geweiht, um seine Kraft zu verstärken. Diese Tradition ist über 1000 Jahre alt.

    Der Strauß findet dann einen Ehrenplatz im Haus, wo er getrocknet wird. Früher entnahm man dem Strauß bei starken Gewittern einige Kräuter und warf sie ins Herdfeuer, um vor Blitzschlag zu schützen. Ebenso verwendete man bei Bedarf die getrockneten Kräuter, um gegen Krankheiten einen Tee zu brühen. Am 6.Januar wurde mit den verbliebenen Kräutern das Haus ausgeräuchert.

    Die Kräuterweihe zeigt auch den Dank für und den Respekt vor der Heilkraft der Kräuter.

  • Herbst

    Die Zeit der Spätkirmes und Ernte(dank)feste

  • November

    Um den 11.11. Martinzüge/ Laternenumzüge in den Ortschaften, begleitet vom jeweiligen Musikverein, unter Einbeziehung der Feuerwehr, die das Martinfeuer beobachtet und häufig mit einem kleinen Theaterstück, das die Legende nachspielt.

  • Dezember

    Um den 5.12. zieht in manchen Ortschaften der Nikolaus mit großem Gefolge von Haus zu Haus: Bischof Nikolaus, Priester, Fackelträger, Bäcker (mit Kleinigkeiten für die Kinder) und das Eselchen, dem man Apfel- und Möhrenstücke vor die Tür stellt- und der „schwarze Piet“, ganz schrecklich anzuschauen mit seinen Hörnern, den roten Augen und der Peitsche und schweren Kette und dem Sack, in dem die bösen Kinder mitgenommen werden.

    In den eher niederländisch ausgerichteten Familien ist der 5.12. auch der Geschenketag.

  • Hexen

    In manchen Gaststätten traf man sich zum Jahreswechsel und der Wirt besorgte Preise (Spanferkel,  Hasen, Schnaps, Sachpreise…)Unter den Gästen wurden Spielkarten verkauft, die unterschiedlich bewertet waren. (Ähnlich einer Tombola)

  • Fröschen

    Nachbarschaftsbesuche zum Neuen Jahr.